Bundestag
Beim tourismuspolitischen Frühstück des DTV im Bundestag

Spitzenvertreter des DTV (Deutscher Tourismusverband) trafen sich heute im Deutschen Bundestag mit Abgeordneten aller Fraktionen, um über die krisengeplagte deutsche Tourismusbranche zu sprechen. Als Obmann im Ausschuss für Tourismus habe ich mir in den letzten Monaten in ganz Deutschland ein umfassendes Bild über die Probleme der Tourismusbranche machen können und begrüße deshalb die Intention des DTV, dem nationalen Tourismus wieder zu alter Stärke zu verhelfen, sehr.

Die Deutsche Tourismusbranche konnte vor der Krise erstklassige Zahlen vorweisen

Die Zahlen, mit denen die Tourismusbranche vor der Coronakrise von sich reden machte, sprechen für sich und waren ein Thema beim tourismuspolitischen Frühstück. So erbrachten Touristiker hier eine Bruttowertschöpfung von 105,3 Milliarden Euro und konnten auf 500 Millionen Übernachtungen pro Jahr verweisen. Im gesamten Land existieren zudem 50.000 klassifizierte Ferienhäuser und -wohnungen. Aus diesen Zahlen geht bereits die Attraktivität von Deutschland als Urlaubsland hervor.

Bekanntlich war es damit jäh vorbei, als sich im Frühjahr dieses Jahres der Coronavirus ausbreitete, dem der verordnete deutschlandweite Stillstand folgte. Über Nacht standen Hoteliers und Vermieter von Ferienunterkünften vor abgesagten Buchungen und damit vor weggebrochenen Einnahmen. Dieser Einbruch zog andere von Touristen sonst gut besuchte Stätten in die Krise hinein, so dass von jetzt auf gleich auch Museen, Freizeitparks, Thermen, Zoologische Gärten und andere Anziehungspunkte schließen mussten.

Diese beliebten Anlaufpunkte, hinter denen 3 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen, die bis heute finanzielle Einbußen hinnehmen müssen, zu stärken, damit sie nunmehr an die Erfolge der Vor-Corona-Zeit anknüpfen können, ist jetzt das Gebot der Stunde.

Politik muss mit Deutschem Tourismusverband Hand in Hand agieren

Der DTV hat deshalb die die Bundesregierung aufgefordert, endlich die seit Jahren versprochene NATIONALE TOURISMUSSTRATEGIE zu erabeiten. Dass hierzu die Politik einen kräftigen Beitrag leisten muss, steht außer Frage und so wurden folgende Maßnahmen diskutiert:

  • eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Ressorts bei Bund und Ländern
  • ein Fördersystem aus einem Guss
  • ein flächendeckender Ausbau der digitalen Infrastruktur, um die Chancen der Digitalisierung auch im ländlichen Raum nutzbar zu machen.

Flankierend dazu spielt die Mobilität eine große Rolle, denn nur wenn diese adäquat ist, kommen Touristen entspannt an ihren Urlaubs- oder Ausflugsort.

Hier gilt es nun, alle Mobilitätsangebote auf den Prüfstand zu stellen und dafür verstärkt sowie zügig die Infrastruktur zu erhalten und auszubauen, auch und vor allem in abgelegenen ländlichen Regionen, die sich mehr und mehr zum Sehnsuchtsziel gestresster Großstädter entwickeln.

Qualität ist oberstes Gebot

Dass bei all diesen Maßnahmen natürlich die Qualität oberstes Gebot sein muss, darin waren sich alle Teilnehmer einig. Dieser Faktor spielt im touristischen Bereich stets eine Rolle – einheimische und ausländische Touristen erwarten in unserem Land ganz selbstverständlich einen erstklassigen Standard und das zu Recht.

In meiner Eigenschaft als Obmann im Ausschusses für Tourismus stehe ich voll und ganz hinter der Idee der NATIONALEN TOURISMUSSTRATEGIE und werde in diesem Zusammenhang auch weiterhin bundesweit das Gespräch mit Touristikern vor Ort suchen.

Ihr

CHristoph Neumann