Die Leuchtenburg

Unweit des Thüringer Ortes Kahla gelegen, befindet sich die imposante Leuchtenburg – ein fast 1000 Jahre altes Gemäuer, das auf eine interessante und wechselnde Historie verweisen kann und am 25. Oktober 2020 mein Ziel war.

Neben Rittersaal, Bergfried und Weinkeller bietet die Burg – die übrigens die erste barrierefreie Burg in Thüringen ist – eine faszinierende Ausstellung zum Thema Porzellan. Das liegt nahe, da in Kahla schon seit 1843 Porzellan hergestellt wird und dieses „Weiße Gold“ den charmanten Ort weit über Thüringens Grenzen hinaus bekannt gemacht hat – auch international. Bis heute ist Geschirr aus Kahla eine hochwertige Marke. In Zeiten des kalten Krieges wurden viele dieser Produkte in die Bundesrepublik exportiert und waren für DDR-Bürger oftmals nur „Bückware“.

Die Leuchtenburg bietet eine interessante Ausstellung zum „Weißen Gold“

Die Ausstellung „Porzellanwelten“ auf der Leuchtenburg ist interaktiv gestaltet und sehr ansprechend aufgemacht. Es gibt sieben Erlebniswelten, gestaltet von internationalen Künstlern. Man erfährt viel Wissenswertes und Neues rund um das Porzellan. Dargestellt werden dessen Anfänge in China ebenso wie die Entschlüsselung der Rezeptur in Europa.

Was in vielen Museen unerwünscht ist, ist hier ausdrücklich gestattet: Anfassen und Mitmachen. Eine schöne Sache, die bei meinem Besuch vor allem Familien (meist 3 Generationen) begeistert hat. Besucher erwartet am Ende der Ausstellung ein außergewöhnliches Erlebnis: Sie können in einer Kabine unter Schwarzlicht einen geheimen Wunsch auf einen Porzellanteller (unverkäufliche Mangelware) malen, der beim Austreten aus der Kabine – im Tageslicht – nicht mehr zu sehen ist. Sodann geht es auf den „Steg der Wünsche“ – einen Skywalk in etwa 20 Metern Höhe – von wo aus das Porzellan zerschlagen werden kann. Da das „Weiße Gold“ im zerbrochenen Zustand bekanntlich Glück bringt, kann man danach, wenn man ins Alltagsleben zurückgekehrt ist, darauf hoffen, dass der Wunsch von der Burg in Erfüllung geht!

Strahlt Ruhe aus: Das kleine Städtchen Eisenberg

Das zerbrochene Porzellan soll Glück bringen

Unweit der Leuchtenburg befindet sich die Kreisstadt Eisenberg, die Hauptstadt des Holzlandes. Hier geht es etwas verträumt zu, was aber durchaus seinen Reiz hat. Erwähnenswert ist das Schloss Christiansburg, das in Eisenberg mit einer Schlosskirche aufwartet, die mit ihren Gemälden und Stukkaturen als schönste Barockkirche Thüringens gilt. Der angrenzende Schlosspark lädt zum Spaziergang und „Seele baumeln lassen“ ein. Geschichtlich Interessierte sollten einen Abstecher ins Stadtmuseum machen.

Mein Fazit: Die Gegend rund um die Leuchtenburg ist eine wunderschöne Region, die sich für einen Ausflug oder Urlaub innerhalb Deutschlands wunderbar anbietet. Vielleicht konnte ich Sie ein wenig neugierig darauf machen!

Ihr

CHristoph Neumann