Christoph Neumann
Reisevorbereitung in Agram

Die Bilder, die sich mir auf meiner Reise mit Kollegen aus der AfD-Fraktion im Bundestag in Bosnien boten, müssten eigentlich zur besten Sendezeit in der Tagesschau laufen. Denn auf dem Balkan herrschen aktuell Zustände, die an 2015 erinnern. Tausende Menschen aus vorwiegend arabischen Ländern – meist junge Männer – warten dort auf eine Möglichkeit der Weiterreise zu einem Ziel, das einmal mehr in Deutschland liegen dürfte.

Gemeinsam mit meinen Bundestagskollegen Paul-Armin Hampel, Lars Herrmann und Martin Hebner machte ich mir während der Reise vom 24. November 2019 bis zum 27. November 2019 ein Bild über die Zustände an der kroatisch-bosnischen Grenze.

Die bosnische Stadt Bihac auf dem Balkan ist Sammelstelle für tausende junge Männer

Für die Masse der jungen Männer, die zumeist aus Pakistan, dem Irak oder Afghanistan stammen, ist die bosnische Stadt Bihac zunächst eine Endstation. Derzeit stauen sich dort unzählige Illegale und machen auch der Bevölkerung das Leben schwer. Die Rede ist von Übergriffen, Diebstählen, Lärm und Dreck. Kein Zustand für die einheimischen Menschen in Bihac! Die Lage dort spitzt sich derzeit mehr und mehr zu. Das liegt vordergründig an dem kleinen Land Kroatien, das seine eigenen Grenzen schützt. Mit Wärmebildkameras – feste und mobile Geräte – erfassen die kroatischen Grenzer alle Personen, die illegal in ihr Land kommen wollen. Hinzu kamen kürzlich noch Drohnen, damit die Bergregion um Bihac adäquat kontrolliert werden kann.

Die Maßnahmen für diesen Grenzschutz stellten uns Vertreter des kroatischen Außenministeriums vor, die uns in Zagreb zum Gespräch empfingen. In dieser Unterredung wurde ganz klar das Befremden der Kroaten über die deutsche Bundesregierung zum Ausdruck gebracht. Mehrfach fragte man uns, warum Deutschland die Länder auf dem Balkan in eine solche Situation bringt und nichts gegen die Illegalen unternimmt? Fassungslos reagiert man dort auf die immer wieder neuen Anreize, die die Politiker der deutschen Altparteien für illegale Migranten schaffen.

Mit meinen Kollegen fuhr ich an einem weiteren Tag nach Bira, in ein von der IOM (Internationale Organisation für Migration) organisiertes Lager. Die Unterkunft, in der sich während unseres Besuchs etwa 1.800 junge Männer aufhielten, wird von der EU finanziert und von lokalen Mitarbeitern geführt. Die Illegalen in Bira haben fast alle nur ein Ziel: Deutschland. Das bestätigte uns auch die Leiterin des Lagers.

Lage an kroatischer Grenze wird von etablierten Medien verzerrt dargestellt

Dass die Situation aktuell so brisant ist, liegt an der – völlig richtigen – Entscheidung von Kroatien, seine Grenzen zu kontrollieren. Nunmehr richtet sich deshalb der Blick der Öffentlichkeit auf diese Region. Vordergründig sind es allerdings die sozialen Netzwerke, in denen die Verbreitung der aktuellen Bilder vom Balkan stattfindet. In den etablierten Medien wird die Lage indes verzerrt dargestellt. Man schiebt Kroatien den schwarzen Peter zu und erzählt Geschichten von benachteiligten Migranten, die unter dem harten Kurs der kroatischen Grenzer leiden. Dass die Massen von Menschen sich gar nicht erst auf den Weg machen würden, wenn Deutschland nicht einen völlig fehlgeleiteten Kurs in seiner Asylpolitik fahren würde, bleibt in den einschlägigen Medien freilich unerwähnt.

Einen ausführlichen Bericht über unsere Reise hat mein Kollege Martin Hebner hier veröffentlicht. Eine lohnende Lektüre für politisch interessierte Zeitgenossen.

Auch das Video, das wir vor Ort auf unserer Reise gedreht haben, spricht für sich. Schauen Sie es sich gern unter diesem Link an.

Ihr

CHristoph Neumann