Genau 07:30 Uhr begann meine Rückreise nach Leipzig. Auf der Via Baltica herrschte normaler Verkehr. Die Grenze zwischen Estland und Lettland passierte ich um 10:00 Uhr. Die Entfernung zwischen Reval und Riga beträgt 310 km. Die Mehrzahl der Fahrzeuge, welche ich sah, waren Trucks aus dem Baltikum und Polen. Die Hauptstadt von Lettland, Riga, umfuhr ich auf der Ringmagistrale und war gegen 12:30 Uhr in Mitau.

Die Hauptstadt von Kurland liegt am linken Ufer des Flusses Kurländische Aa. Wie ich sah wird das Gewässer wassertouristisch genutzt. Ich erblickte Segelboote, Ruderboote, Schlauchboote und Ausflugsschiffe, die am Stadthafen an- und ablegten. Mitau wurde 1265 von den Rittern des Livländischen Ordens gegründet. Im Jahr 1573 bekam sie Stadtrecht und hat heute 61.000 Einwohner. Vom historischen Zentrum ist kriegsbedingt (II.Weltkrieg) nichts erhalten geblieben. Beim Wiederaufbau in Sowjetzeiten erbaute man die Häuser so, dass der Stadt endgültig die Seele genommen wurde. Erhalten geblieben ist nur das große Schloss der Herzöge von Kurland.

Meine Weiterreise ging in Richtung Litauen. Gegen 14:00 Uhr hatte ich die Grenze passiert und war jetzt im Gebiet Schemaitien. Das Nationalheiligtum der Litauer, den Berg der Kreuze erreichte ich gegen 15:00 Uhr. Auf dem Hügel stehen und liegen unzählige Kreuze von rund 6cm bis 6m Höhe. Seit dem 14. Jahrhundert legen Pilger hier bei Feierlichkeiten wie Geburten, Hochzeiten, runden Geburtstagen und Todesfällen Kreuze ab.

Schaulen, die Hauptstadt von Schemaitien erkundete ich bei einer kurzen Stippvisite. Das im Mittelalter schachbrettartig angelegte Zentrum wurde im II. Weltkrieg zerstört. Beim Wiederaufbau haben die Entscheidungsträger aber weitsichtig mitgedacht. Die neuen Gebäude wurden harmonisch in die Bestandsarchitektur eingefügt und das Zentrum verfügt über eine geschlossene harmonische Bebauung. Gegenwärtig finden am Marktplatz größere Umbauten statt. An einer Infotafel sah ich, dass hierfür Gelder der EU verwendet werden. Ob diese Gelder mit Auflagen verbunden sind konnte ich nicht erkennen; jedenfalls werden vor die historische Bausubstanz schmucklose Betonwände und eigenartige Betonklötze gesetzt. Anschließend fuhr ich nach Kauen. Hier genoss ich den Abend auf dem Boulevard und sah dem spät-sommerlichen Treiben der Einheimischen und Gäste zu.

Ihr

CHristoph Neumann