Am zeitigen Morgen begann meine letzte Etappe der Rückreise in die Heimat. Auf der Via Baltica herrschte reger Verkehr. Von 07:15 – 08:15 Uhr zählte ich auf dem Abschnitt von Suwalken in Richtung Bialystok 215 Trucks. In Bialystok, der Hauptstadt von Podlachien, machte ich eine Stunde Pause. Die Stadt wurde im 16. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt und bekam 1692 das Stadtrecht. In ihr leben heute 380 000 Einwohner. Nicht weit entfernt in südöstlicher Richtung befindet sich der letzte große Urwald Europas, die Bialowiezer Puscha.

Ab Bialystok konnte ich die neue fertigbebaute Europa-Magistrale E67 (Via Baltica) bis Warschau nutzen. Damit verdoppelte sich meine Reisegeschwindigkeit. Gegen 11:30 Uhr erreichte ich die Hauptstadt von Polen. Auf der Ringmagistrale war die Weichselmetropole innerhalb von 15 min von Nordost nach Südwest umfahren. Weiter ging es auf der Via Baltica E67 in Richtung Breslau. Die Hauptstadt von Schlesien hatte ich 15:00 Uhr hinter mir gelassen. Somit kann ich sagen, dass ich die Via Baltica von Helsinki bis Breslau auf einer Gesamtlänge von 1.500 km genutzt habe. Die Via Baltica endet in Prag, der Hauptstadt von Böhmen. Von Breslau fuhr ich auf der Europa-Magistrale E40 über Dresden nach Leipzig und war um 19:00 Uhr zu Hause. An diesem Fahrtag legte ich eine Strecke von 1.237 km zurück, bei einer reinen Fahrzeit von 12 Stunden. Dies ergibt eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 97 km/h. Beobachten konnte ich auf der gesamten Fahrt durch das Baltikum, dass die Caravantouristen sich nur bis Litauen bewegten. Dies hat möglicherweise seine Ursache darin, dass es bis und in Litauen gut ausgebaute Magistralen gibt. Meine Vermutung ist, dass die älteren Fahrer eine bequeme Anreise bevorzugen und schlecht ausgebaute Straßen meiden. Im Interesse des allgemeinen Tourismus und des sicheren Güterfernverkehrs muss die E67 (Via Baltica) optimal ausgebaut werden; hier sind dringend EU-Gelder nötig.

Eine weitere Feststellung machte ich auf der gesamten Strecke; im Baltikum und in Polen musste ich meine Frontscheibe mehrmals täglich von Insektenrückständen befreien. In Sachsen blieb die Scheibe die gesamte Zeit lang sauber. Da ich außer in meiner Heimat fast keine Windräder sah, muss es irgendwie zwischen Insektenflug und Anzahl der aufgestellten Windräder einen Zusammenhang geben. Hervorzuheben ist, dass ich sogar in den entlegensten Gebieten im Baltikum immer einen optimalen Telefonempfang hatte; dieses ist in Sachsen nicht der Fall.

Fazit: Auf der über 4.100 km langen Gesamtstrecke habe ich erneut sehr viele positive Eindrücke in Polen und im Baltikum gewonnen. Die vier Termine in dem jeweiligen Wirtschaftsministerium, Abteilung Tourismus, in Litauen, Lettland, Estland und Finnland waren hochgradig informativ und ich konnte viele Erkenntnisse und Anregungen sammeln. Diese Informationen fließen selbstverständlich in die Erstellung unserer deutschen Tourismusstrategie ein. Selbst die Tourismus-Experten in Mitteldeutschland können von der Arbeit ihrer Kollegen im Baltikum lernen. Als Abgeordneter und Stadtrat werde ich mein erlangtes Wissen besonders beim Thema Wassertourismus den Verantwortlichen in meiner Heimatstadt nahe bringen.

Ihr

CHristoph Neumann