Nach meinem offiziellen Termin im Wirtschaftsministerium besichtigte ich noch etwas Wilna und erreichte gegen 13:00 Uhr den Stadtrand. Auf der in den 1980 Jahren erbauten Europa-Magistrale E272 (A2) fuhr ich in Richtung Riga. Bis zur Stadt Ponewiesch ist die Strecke gut ausgebaut, wobei Tankstellen und Raststationen fehlen. Bei Ponewiesch fuhr ich wieder auf die Via Baltica. Diese ist aber bis Riga nur als Landstraße ausgebaut. Auf dieser Fernstraße rollt ein Truck nach dem anderen und Überholmanöver sind nicht ohne Risiko. Also gondelt man mit 80 km/h Riga entgegen. Die gesamte Strecke bedarf eines gründlichen Neubaus, mit teilweise 3 Spuren pro Richtung, sonst kann man langfristig keine Urlauber, besonders Caravantouristen, in größeren Zahlen ins Baltikum locken.

Auf Höhe der Grenze zwischen Litauen und Lettland schlug das Wetter plötzlich um. Innerhalb von einer halben Stunde sanken die Temperaturen von 31°C auf 21°C und Regen setze ein. Riga empfing mich mit starkem Niederschlag. Die Hauptstadt von Lettland wurde im Jahr 1201 als Hansestadt gegründet und hat heute mit seinem Speckgürtel rund 1 Million Einwohner. Sie ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum im Baltikum. Die Stadt liegt am Fluss Düna, der hier fast eine Breite von 1 km aufweist. Nach meinem Einschreiben im Hotel begab ich mich auf eine Erkundung der malerischen Altstadt. Ich sah, dass alle Menschen von dem abrupten Wetterwechsel überrascht waren. Fast alle Frauen und Mädchen trugen leichte Sommerkleider, die Männer kurze Hosen. In den unzähligen Restaurants, Cafes, Bars, Pubs und Kneipen verschwanden die Menschen vom Freisitz in die inneren Räumlichkeiten. Herrschte zuvor noch emsiges Treiben auf den Straßen und Gassen, so waren diese jetzt leer. Die Stadt hatte sich seit meinem letzten Besuch im Jahr 2011 weiter positiv entwickelt. In der City wurden kleinere Baulücken geschlossen, wobei diese sich in die vorhandenen historischen Gebäudezeilen gut einfügten. Beim Abendspaziergang erfreute ich mich abermals an den unzähligen Historismus- und Jugendstilgebäuden in der Innenstadt, für die Riga bekannt ist.

Ihr

CHristoph Neumann