Südfrankreich – entlang schier endloser Lavendelfelder, von Burgen bedeckten Bergrücken und mittelalterlichen Städten zieht sich der Canal du Midi (Südkanal). Von 1667-1681 für kleine Schiffe erbaut, ist er heute ein touristisches Schwergewicht im Süden Frankreichs (Okzitanien). Nach dem Ende der wirtschaftlichen Nutzung des 240 km langen Kanals, bedingt durch die Konkurrenz von Straße und Schiene, wird er seit rund 30 Jahren vor allem durch Hausboote befahren. Nicht nur Boote bringen jedoch die Touristen an den Kanal. Das gesamte Umfeld profitiert hier von der Nutzung der Wasserstraße. Reisende, Radfahrer und Wanderer bestaunen die Schleusen, besuchen die umliegenden Ortschaften und historischen Stätten.

Ein ähnliches Potential wird unserer heimischen Seenlandschaft ebenfalls nachgesagt. Hausboote könnten in Mitteldeutschland genauso normal werden wie in Südfrankreich. Mutige Politik und innovative Ideen sind jetzt genauso gefragt, wie das Durchhalten. Die Welt-Kanal-Konferenz 2020 ist das nächste Ziel, um Leipzig und den Saale-Elster-Kanal weiter voran zu bringen. Der Wassertourismus in Mitteldeutschland, mit dem Zentrum um die Region Leipzig, wird hier ein Vorbild sein.

Ihr CHristoph Neumann