Das Steinarbeiterhaus in Hohburg - ein überaus interessantes Museum

Heute führt mich eine touristische Stippvisite in die Hohburger Berge. Der auch Hohburger Schweiz genannte Höhenzug, der beachtliche 240 Meter hoch ist, befindet sich in Nordsachsen nahe dem Ort Hohburg (Gemeinde Lossatal) und nur wenige Kilometer von Eilenburg und Wurzen entfernt.

In puncto Tourismus pulsiert hier das Leben noch nicht wieder, es ist ziemlich ruhig. Auch Gaststätten, Cafés und Eisdielen können noch nicht wieder die Besucherströme verzeichnen wie vor der Pandemie. Hier spielen auch die umstrittenen Corona-Maßnahmen der Regierung eine Rolle, die viele Unternehmen, deren Zielgruppe Ausflügler und Touristen sind, bremsen.

Freibäder und Seen haben Zulauf

Zulauf haben allerdings Freibäder und die durch ehemalige Steinbrüche entstandenen Seen.

Apropos Seen: Geprägt wurden die Hohburger Berge durch jahrzehntelangen intensiven Steinbaubetrieb. Heute findet man hier etliche steile Felswände und Seen, die aus Restlöchern entstanden sind.

Wer mehr über die geschichtlichen Hintergründe im Zusammenhang mit den Hohburger Bergen erfahren möchte, ist im Museum Steinarbeiterhaus in Hohburg richtig.

Gemischtwarenladen um 1890 – zu bestaunen im Steinarbeiterhaus Hohburg

Der Museumsleiter dieses Hauses – Herr Dipl.-Historiker Matthias Müller – zeigte mir die Räumlichkeiten und ließ mich an einer sehr informativen Führung teilhaben. Man erfährt Interessantes über das Leben der Steinarbeiter und kann in den liebevoll gestalteten Räumen in die Vergangenheit der Region eintauchen. Viele historische Gegenstände aus alten Zeiten erzählen vom Leben der Menschen, die vor vielen Jahren ihren Lebensunterhalt mit harter Arbeit in der nordsächsischen Region bestreiten mussten.

Interessante Ausstellung lädt zur Reise in die Vergangenheit ein

Die Ausstellung richtet sich auch an Schulklassen, die sich hier mit den Arbeitsverhältnissen der damaligen Zeit (ca. 1850 bis 1950) aktiv beschäftigen und Werkzeuge von damals in Augenschein nehmen können. Es gibt sogar die Möglichkeit, mit Originalhämmern Steine zu Schotter zu schlagen.

Seinerzeit kamen übrigens rund 80 Prozent der Schottersteine der Deutschen Reichsbahn aus den Steinbrüchen der Hohburger Berge.

Im Museum ist auch eine originale Steinzerschlagungsmaschine zu sehen, die mit Dampf betrieben wurde. Wie ich von Museumsleiter Müller erfuhr, sind junge Besucher immer wieder erstaunt, unter welchen schweren Arbeitsbedingungen ihre Vorfahren arbeiten mussten.

Vielen wird erst bei solchen Gelegenheiten bewusst, was für Leistungen die Altvorderen brachten und wie hart der Arbeitsalltag damals war.

Das Museum ist meine persönliche Empfehlung für alle, die einen (Tages-)Ausflug in die Hohburger Berge planen.

Mit dem Einkehren in ein Lokal die regionalen Wirte unterstützen

Eine historische Aufnahme, die im Hohburger Steinarbeiterhaus zu sehen ist

Außerdem laden die Natur und die Berge selbst zu ausgedehnten Wanderungen ein.

Lassen Sie bei dieser Gelegenheit das Picknick ruhig zu Hause und kehren Sie in eine der Gaststätten in der Region ein. Bei verschiedenen kulinarischen Spezialitäten und natürlich sächsischer Hausmannskost können Sie so Ihren unterstützenden Beitrag für krisengeplagte Wirte und ihre Mitarbeiter leisten.

Ihr

CHristoph Neumann