Diese sitzungsfreie Woche führte mich an drei sehr interessante Bundeswehrstandorte. Kurz vor Ostern konnte ich endlich die Zeit nutzen und als stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss wieder unsere Soldaten vor Ort besuchen. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern unserer Fraktion besuchte ich am Dienstag, 16.04.2019 das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr in Calw/Baden-Württemberg. Dieser Spezialverband beeindruckte mich nachhaltig. Die Soldaten vor Ort sind hoch motiviert und hervorragend ausgebildet. Ob Arktis oder Wüste, ihr Aufgabenspektrum reicht weit und ihre Fähigkeiten bedingen eine Anonymität, welche leider oft mit Geheimniskrämerei verwechselt wird. Wir können froh sein, solche Soldaten zu haben. Hier setzt die Bundeswehr auf modernstes Gerät, wie neue Hubschrauber oder persönliche Ausstattung.

Der zweite Tag (17.04.2019) galt der Offiziersschule des Heeres in Dresden. Bereits seit dem Jahr 1692 werden hier Offiziere der unterschiedlichsten Armeen (Kurfürstlich Sächsische Armee, Königlich Sächsische Armee, Reichswehr, Wehrmacht, Nationale Volksarmee, Bundeswehr) ausgebildet. Der Schulkommandeur, Brigadegeneral Hain, erklärte die Bildungseinrichtung in einem Lagevortrag. Danach wurde ein neuer, den modernen pädagogischen Anforderungen entsprechender Hörsaal vorgestellt. Unsere jungen Offiziere finden in dieser historischen Ausbildungsstätte eine moderne Umgebung und hervorragende Ausbilder vor. Hier zeigte sich sehr eindrucksvoll, wie das Zusammenspiel von Geschichte, Gegenwart und Zukunft (als Ausbildung) gestaltet werden kann. Unsere Landeshauptstadt Dresden bildet dabei eine besondere Kulisse für die jungen Männer und Frauen, welche hier zu zukünftigen Führungspersönlichkeiten erzogen werden. Auch für die Lehrgangsteilnehmer aus anderen Staaten ist die Symbiose zwischen historischen Schulgebäuden und Landeshauptstadt eine angenehme Lernatmosphäre.

Der letzte Tag (18.04.2019) dieser Reise-Woche führte mich an die Unteroffizierschule des Heeres nach Delitzsch. Diese Große-Kreisstadt ist seit 1676 Garnisonsstadt. Während in Dresden die jungen Offiziere von Morgen ausgebildet werden, so sind dies in Delitzsch die Unteroffiziere und Feldwebel. Körperliche Fitness, Fachwissen und Pädagogik sind hier in besonderem Maße gefragt. Nach einem Gespräch mit dem Schulkommandeur sowie seinen Stabsoffizieren bekam ich bei einem Rundgang das Objekt gezeigt. Von der hervorragenden Ausbildung der Soldaten konnte ich mich überzeugen. Sportstätten, Unterrichtsräume und die notwendige Ausrüstung, hier scheint alles vorhanden. Eine Unstimmigkeit bleibt jedoch. Die von der Ministerin von der Leyen ausgerufenen Trendwenden fordern an der Basis ihren Tribut. Mehr Personal bedeutet auch mehr Unterkunftsgebäude und ähnliche infrastrukturelle Maßnahmen; z.B. schnelles Internet. Stiefel und Hemden sind rasch besorgt, ein neues Gebäude benötigt einige Jahre. Hier zeigt sich wieder, schnell gedacht ist nicht immer gut gemacht. Deshalb werden wir Abgeordneten auch in der Zukunft für unsere Streitkräfte und Soldaten im Parlament kämpfen! Auf uns können sich unsere jungen Männer und Frauen in Uniform verlassen. Wir wissen um ihre außerordentlichen Leistungen; sie dienen Deutschland!