Christoph Neumann

Am heutigen Tag stellten auf dem Augustusplatz die Leipziger Handwerker beim Tag des Handwerks ihre Gewerke vor. Der Präsident der Handwerkskammer Claus Gröhn und der Geschäftsführer Volker Lux sowie andere Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft besuchten am Vormittag bei einem offiziellen Rundgang die Informationsstände der vertretenen Handwerkerinnungen.

 

Tag des Handwerks: Mit Liebe und Sorgfalt organisiert

Die Stände der jeweiligen Innungen (Zünfte) waren mit Liebe und Sorgfalt aufgebaut worden, getreu dem Motto: Klappern gehört zum Handwerk! Die Dachdeckerzunft war mit mehreren Schauständen vor Ort und die Lehrlinge zeigten dem staunenden Publikum ihr Können. Traditionsbewusstsein wird im Handwerkergewerbe hoch gehalten. Deshalb standen die schicken Banner der Zünfte repräsentativ bei den Ständen. Auf den Bannern konnte man das jeweilige Zunftzeichen und Gründungsdatum erkennen, die bis ins Mittelalter zurückreichen. Die Lade (Truhe) der Leipziger Handwerker, die sonst nur bei der Freisprechung der Gesellen gezeigt wird, war bei der Zunft der Tischler zu bewundern. Am Stand der Zimmermänner zeigte ich vor den Meistern, dass ich Hammer und Nagel zu handhaben weiß, gelernt ist gelernt! Selbstverständlich sorgten die Zünfte der Fleischer, Bäcker und Brauer für das leibliche Wohl.

Bitten an die Politik spielten große Rolle

Nachmittags wurden den Handwerksmeistern, die vor 25 Jahren ihren Meistertitel erworben hatten, auf der Bühne offiziell ihre Silbernen Meisterbriefe überreicht. Einige Meister und Meisterinnen appellierten bei ihren Dankesreden publikumswirksam vor den Leipzigern und Gästen Wünsche und Bitten sinngemäß an die Politik: …führen Sie alle im Jahr 2004 abgeschafften Meistertitel wieder ein und nicht nur ein Dutzend, wie vor einigen Tagen durch die Bundesregierung beschlossen… und …beenden Sie den Akademisierungswahn, wir brauchen dringend Handwerker und Meister… oder …nur die Meister können die Lehrlinge und Gesellen ausbilden; die Meister der Zukunft. Bei mir als gelernter Tischler, stoßen diese Wünsche auf große Zustimmung.

„Ehre, deutsches Volk und hüte treulich deinen Handwerksstand; als das deutsche Handwerk blühte, blühte auch das deutsche Land“ Hans Sachs (1494-1576) Nürnberger Schuhmachermeister

Ihr

CHristoph Neumann