Feierstunde
Bei der Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2020 im Sächsischen Landtag

Der Sächsische Landtag in Dresden richtet seit 1991, anläßlich des Tages der Deutschen Einheit, eine Feierstunde aus. So auch in diesem Jahr.

Mit einem feierlichen Akt wurde am 03. Oktober 2020 an die Errungenschaften der Wiedervereinigung und die Wiedergründung des Freistaates Sachsens vor 30 Jahren erinnert. Neben Ministerpräsident Michael Kretschmer und Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler, die jeweils eine Rede hielten, sprach auch der einstige DDR-Bürgerrechtler und Staatsminister a.D. Arnold Vaatz, was im Vorfeld der Feierstunde für Diskussionen sorgte. Vaatz ist für seine kritischen Äußerungen im Zusammenhang mit der aktuellen Politik bekannt und geizt auch mit unschönen Fakten nicht.

SPD, Linke und Grüne blieben der Feierstunde fern

Sowohl die SPD, als auch die Linken und die Grünen des sächsischen Landtages mißbilligten die Entscheidung, den kritischen Querdenker am Tag der Deutschen Einheit öffentlich sprechen zu lassen und blieben dem Festakt fern.

Leer war der Saal dennoch nicht: Mit AfD, CDU und FDP waren auch sächsische Ehrenamtler, die sich um den Freistaat verdient gemacht haben, anwesend. Als besondere Gäste wurden Sachsens erster Ministerpräsident Prof. Kurt Biedenkopf und Ex-Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière begrüßt.

Auch außerhalb des Landtags wurde dem historischen Ereignis in ganz Mitteldeutschland mit zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen gedacht. Für wohl fast jeden ehemaligen DDR-Bürger dürfte dieser Tag alljährlich etwas Besonderes sein. Erinnert er doch immer wieder an den Mut und das Engagement politkritischer Bürger, die vor drei Jahrzehnten die Bevormundung nicht mehr länger hinnehmen wollten und durch eine Revolution den Staat beseitigten.

Einstige Zeitzeugen wichtige Wegbegleiter der jungen Generation

Mögen jene Zeitzeugen, die heute längst selbst Eltern oder Großeltern sind, den umfassenden Erfahrungsschatz vom Leben und eigene Erlebnisse in die DDR an den Nachwuchs weitergeben. Denn es ist wichtig, das Bewusstsein gerade der jungen Leute für das Scheitern des Sozialismus zu schärfen.

Obgleich sich der direkte Vergleich zwischen DDR und dem heutigen Deutschland verbietet, sind gegenwärtig doch recht starke sozialistisch und auch kommunistisch anmutende Umtriebe bei manchen Politikern festzustellen. So ist längst wieder die Rede von Enteignung von Wohneigentum und der Abschaffung des Individualverkehrs. Auch die eigene politische Meinung öffentlich zu vertreten, mit Andersdenkenden zu kommunizieren oder einfach Fakten auszusprechen, ist heute oftmals schon wieder mit Nachteilen verbunden.

Selbstbewusste mitteldeutsche Familien, in denen das Bewusstsein für die untergegangene DDR noch allgegenwärtig und zudem Gegenstand vieler Gespräche im Familienkreis ist, dürften sich als starkes Bollwerk gegen die Unterdrückung missliebiger Meinungen und sozialistischer Phantasien aus dem Bereich der Politik erweisen.

Das Video zur Feierstunde am diesjährigen Tag der Deutschen Einheit finden Sie hier.

Ihr

CHristoph Neumann

Bildnachweis: Screenshot mdr.de