Panorama
Das Panorama Museum in Bad Frankenhausen

Die Coronakrise hat den Tourismus seit März 2020 komplett verändert. Flugreisen in ferne Länder oder Kurztrips in internationale Städte sind aktuell kaum machbar und so fokussieren sich sehr viele Menschen auf Ausflugsziele in der Heimat. Besonders gefragt sind Nahziele in der eigenen Region, die mit Sehenswürdigkeiten, Kultur oder Natur punkten können.

Das konnte ich in den vergangenen Wochen, in denen ich viel in Sachsen und Mitteldeutschland unterwegs war, erleben und noch immer stellt sich mir die Situation so dar.

Panorama Museum Bad Frankenhausen sehr gut besucht

Im thüringischen Bad Frankenhausen beispielsweise, wo ich am 20. Oktober 2020 weilte, besuchte ich das bekannten Panorama Museums. Das weithin sichtbare sowie markante Rundbauwerk wurde in den Jahren 1974-1975 erbaut. In ihm befindet sich das beeindruckende Panoramabild „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“ von 14 Metern Höhe und 123 Metern im Umfang.

Geschaffen hat dieses monumentale Rundgemälde der Leipziger Maler Prof. Werner Tübke (1929-2004) in der Zeit von 1976-1987. Gefreut hat mich, dass dieses Museum selbst an einem Wochentag sehr viele Gäste verzeichnen konnte.

Königspfalz

Die Königspfalz in Tilleda

Mein nächstes Ziel an diesem Tag war Tilleda, die größte erhaltene Königspfalz in Europa; die sich auch in Thüringen befindet. Hier wird Besuchern ein Freilichtmuseum geboten, in dem sich eine der im Früh- und Hochmittelalter (8.-13. Jh.) zeitweise als Residenz der Kaiser und Könige genutzten Anlagen, die als Pfalz bezeichnet werden, befindet. Der vollständig ausgegrabene Platz ist der bislang einzige seiner Art und ist auch über Deutschlands Grenzen hinaus berühmt.

Der Betreiber der Anlagen am Fuße des Kyffhäusers, die Stadt Kelbra, wird dieses Jahr als ein „Rekordjahr“ abschließen und ein großes Plus verbuchen können, denn in der Corona-Krise kam es zu einem wahren Besucheransturm auf die sehenswerte Königspfalz.

Die Krise lässt viele Nahziele für Besucher attraktiv werden

Diese zwei Impressionen aus Thüringen stehen stellvertretend für viele andere Museen und Kultureinrichtungen, die sich aktuell über hohe Besucherzahlen freuen können. Wie so oft in Krisen, liegt das Gute auf einmal so nah und die Menschen gehen in ihrer Region auf Entdeckungstour.

Es bleibt zu hoffen, dass dieser Zuspruch auch über die Viruskrise hinaus anhält und Deutschlands Sehenswürdigkeiten die Wertschätzung erfahren, die sie verdienen! Zumal in diesem Zusammenhang immer auch positive Impulse für den heimischen Tourismus zu verzeichnen sind.

Ihr

CHristoph Neumann