Schiff
Deutschlands Binnenschifffahrt meistert aktuell verschiedene Herausforderungen.

Die Parlamentarische Gruppe Binnenschifffahrt, ein Zusammenschluss von Abgeordneten des Bundestages mit Bezug zum System Wasserstraße, traf sich am 6. November 2019 zum Thema „Verkehrsverlagerung und Flottenerneuerung: Beiträge für mehr Klimaschutz“ in Berlin. Organisiert wurde die Veranstaltung, der über 100 Gäste aus Politik, Verwaltung und dem Schifffahrts- und Hafengewerbe beiwohnten, vom Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e. V. (BDB) und dem Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen e. V. (BÖB).

Binnenschifffahrt hat aktuell viele Herausforderungen zu stemmen

BDB-Präsident Martin Staats eröffnete den Abend und verwies auf die aktuellen Herausforderungen, mit denen sich das derzeit konjunkturell etwas schwächelnde Binnenschifffahrtsgewerbe in diesen Tagen konfrontiert sieht.

Da die Kohlemengen abnehmen, müssen die wichtigsten Maßnahmen aus dem „Masterplan Binnenschifffahrt“ zügig umgesetzt werden. Das kommunizierte Staats eindringlich an das Publikum, insbesondere an die anwesenden Vertreter der Politik.

Diskutiert wurde auch zum Thema Verlagerungspotenziale auf die Wasserstraße. BÖB-Präsidiumsmitglied Roland Hörner (Staatliche Rhein-Neckar-Hafengesellschaft Mannheim mbH) unterstrich die wichtige Bedeutung der Transporte großvolumiger Güter durch Binnenschiffe. Diese Transportart ist auch angesichts des vielerorts maroden Straßennetzes und überlasteter Brücken nahezu alternativlos. Wie auch auf dem letzten Industrie- und Handelskammertag, auf dem lange und hemmende Genehmigungsverfahren für Bauprojekte moniert wurden, wurden auch von den Vertretern der Binnenschifffahrtsbranche die strengen Genehmigungsverfahren in ihrem Metier als Hemmnis kritisiert.

Wichtige Hafenausbauprojekte dürfen nicht blockiert werden

Die Kritik richtete sich vor allem an die verantwortlichen Politiker, die hier oftmals sehr kurzsichtig agieren. So betonte MdB Bernd Reuther (FDP), dass „man nicht für klimaneutralen Güterverkehr sein kann und gleichzeitig wichtige Hafenausbauprojekte blockiert“.

Am Rande der Veranstaltung sprach ich mit Dr. Norbert Salomon (Abteilungsleiter Wasserstraßen, Schifffahrt im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) über die Perspektiven hinsichtlich des Weiterbaus des Elster-Saale-Kanals, eines meiner Themen auf meiner politischen Agenda.

Das Fazit des Abends fiel – trotz aller Probleme und Herausforderungen, denen sich die Vertreter des Binnenschifffahrtsgewerbes in diesen Tagen stellen müssen – positiv aus. Vor allem der Umstand, dass die Binnenschifffahrt schon heute viel für den klimafreundlichen Gütertransport tut, wirft ein beeindruckendes Schlaglicht auf die verhältnismäßig kleine Branche, die in der öffentlichen Wahrnehmung nicht selten im Schatten anderer Wirtschaftszweige steht.

Ihr

CHristoph Neumann